Fuehrungskompetenz-Praxis - aktives Zuhoeren

Aktives Zuhören als effektives Führungsinstrument

Führungskompetenz-Praxis – In der Kommunikation gibt es drei große Problemfelder: Die Menschen reden nicht mit einander. Sie hören sich nicht zu. Und sie verstehen nicht, was der Gesprächspartner meint.

Im Führungsalltag führt das regelmäßig zu Missverständnissen, Fehlentscheidungen und Fehlverhalten. Auf Seiten der Führungskraft als auch bei den Mitarbeitern. Nicht selten mündet das in Konflikten. Die Mitarbeiterführung und Mitarbeitermotivation, das Betriebsklima und das Unternehmensergebnis leiden darunter.

Aktives Zuhören kann den Gesprächspartnern helfen, offener miteinander zu kommunizieren und sich dabei auch besser zu verstehen.

 

Führungskompetenz-Praxis – Was ist aktives Zuhören?

Für eine konstruktive Gesprächsführung ist das aufmerksame Zuhören ebenso wichtig wie die klare und verständliche Rede. Es geht nicht nur um das Gesagte, sondern auch um das Gemeinte.

Die Gedanken, Gefühle, Bedürfnisse und Empfindungen werden von Gesprächspartnern jedoch häufig nur verschlüsselt verbal oder nonverbal weitergegeben. Wollen Sie am inneren Zustand sowie den Interessen und Bedürfnissen Ihres Gesprächspartners teilhaben, müssen Sie versuchen, seine Botschaften möglichst genau aufzunehmen, zu entschlüsseln, seine Empfindungen mit eigenen Worten zusammenfassen und an ihn zurückzumelden (…jedoch keine Ratschläge, Urteile, Meinungen, Trösten, Ablenkung o. ä.).

Aktives Zuhören soll Ihren Gesprächspartner dabei unterstützen, eigene Lösungen für sein Problem zu finden, ohne dass Sie selbst das Problem übernehmen.

Es sollte jedoch nicht als mechanische Technik eingesetzt werden, da ansonsten die gegenteilige Wirkung eintreten kann. Aktives Zuhören ist neben der Anwendung geeigneter Methoden und Techniken vor allen Dingen eine Frage der persönlichen Einstellung!

 

Was aktives Zuhören mit Ihrer Führungskompetenz zu tun hat?

Aktives Zuhören

  • ermöglicht es Ihnen die Interessen, Wünsche und Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter zu erkennen
  • fördert das gegenseitige Verständnis
  • hilft Ihrem Mitarbeiter bei der Klärung und Verarbeitung seiner Empfindungen
  • gibt Ihnen die Möglichkeit, neue Informationen, Hinweise und andere Perspektiven zu erhalten bzw. kennenzulernen
  • verhilft dazu, bessere Argumente entwickeln zu können, anders als bei Menschen, die permanent reden
  • schafft gegenseitiges Vertrauen
  • vermittelt dem Mitarbeiter das Gefühl, wahrgenommen und verstanden zu werden
  • kann die Kommunikationsbereitschaft des jeweiligen Mitarbeiters, aber auch des ganzen Teams unterstützen
  • erhöht die Möglichkeit zur gezielten und konstruktiven Beratung und Unterstützung
  • unterstützt die Konfliktlösung

 

Anwendung des aktiven Zuhörens

Beim aktiven Zuhören geht es darum, bewusst das Gesagte wahrzunehmen. Es zu verstehen. Also zu entschlüsseln, was wirklich gemeint ist. Es zu bewerten und zu verbalisieren.

In der Führungspraxis bedeutet das

  • sich immer Zeit zu nehmen, Geduld zu haben und beharrlich zu sein
  • Ablenkungen zu minimieren
  • sich dem Mitarbeiter freundlich zuwenden, Blickkontakt zu halten und ihm zu zeigen, dass Sie ihm zuhören wollen
  • zurückhaltend zu bleiben, nicht zu unterbrechen und eigene Meinungen zurückzuhalten
  • zu versuchen, das Interessante und Wichtige herauszufinden
  • zu versuchen, sich in den Mitarbeiter hineinzuversetzen
  • beim Gespräch mitzudenken
  • dem Mitarbeiter Aufmerksamkeit und Interesse entgegenzubringen
  • den Mitarbeiter zu wertschätzen
  • die Aussagen des Mitarbeiters mit eigenen Worten zusammenzufassen (paraphrasieren)
  • auf Gefühle und Emotionen des Mitarbeiters zu achten und sie anzusprechen (verbalisieren)
  • nachzufragen
  • Unklares zu klären
  • weiterzuführen
  • abzuwägen
  • Pausen auszuhalten
  • sich von Vorwürfen und Kritik nicht aus der Ruhe bringen zu lassen
  • Meinungen zu respektieren, heißt nicht, sie auch zu akzeptieren
  • Aussagen positiv umzudeuten = refraiming

 

Problembereiche aktiven Zuhörens

  • Ungeduld ist ein Hauptfeind der Kommunikation. Sollten Sie unter Termindruck stehen. Gestresst sein oder sich im Moment nicht auf den Mitarbeiter einlassen wollen oder können. Dann verschieben Sie das Gespräch lieber auf einen geeigneteren Zeitpunkt. Das ist für Sie, Ihren Mitarbeiter und die Sache dienlicher.
  • Missbrauchen Sie das aktive Zuhören und das Vertrauen Ihrer Mitarbeiter nicht. Zum Beispiel dadurch, dass Sie sie aushorchen oder manipulieren oder die gewonnenen Erkenntnisse für eigene Zwecke verwenden.
  • Sprachliche Äußerungen und Körpersprache des Mitarbeiters stimmen nicht überein. Das kann darauf hindeuten, dass er noch nicht bereit ist, die Karten offen auf den Tisch zu legen. Haben Sie Geduld, geben Sie Ihrem Mitarbeiter Zeit, um weiter Vertrauen zu Ihnen aufbauen und sich öffnen zu können. Setzen Sie ihn nicht unter Druck. Sondern hinterfragen im Bedarfsfalls zu einem späteren Zeitpunkt oder bei einem Folgegespräch. Das Gleiche gilt, wenn sich der Mitarbeiter bei Widersprüchen ertappt fühlt. Menschen ziehen sich in solchen Situationen zurück oder fang an sich zu rechtfertigen. Geben Sie ihm Zeit und haben Sie Geduld.
  • Vermeiden Sie es aber auch, Gespräche zu psychologisieren. Nicht jedes verbale oder nonverbale Signal muss oder sollte gleich auf die Goldwaage gelegt werden.
  • Gespräche, die zu sehr bei der reinen Faktenbeschreibung bleiben, lassen häufig nicht die tatsächlichen Wünsche, Bedürfnisse und Interessen erkennen. Offene Fragen und Einfühlungsvermögen helfen beiden Seiten. Vor allem sich auch auf die oft viel bedeutendere Gefühlsebene zu begeben.
  • Zu häufige und zu langatmige Zusammenfassungen können die Gedankengänge und Bereitschaft des Mitarbeiters heben oder sogar zum Erliegen bringen. Hier liegt wieder das rechte Maß in der Mitte.

 

Auswirkungen auf die Mitarbeiterführung und Mitarbeitermotivation

Miteinander offen und ehrlich zu reden ist eine elementare Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit und das Vertrauensverhältnis zwischen Führungskraft und Mitarbeiter.

Sie geben Ihren Mitarbeitern durch aktives Zuhören die Chance, sich zu öffnen, sich einzubringen und über ihre Probleme sprechen zu können. Es ist immer besser, von seinen Mitarbeitern aus erster Hand zu erfahren, was sie denken, meinen und fühlen, als es nur vermuten zu können.

Ihre Mitarbeiter fühlen sich wahrgenommen und wertgeschätzt. Und das wird unmittelbar positive Auswirkungen auf Ihre Mitarbeiterführung und Mitarbeitermotivation haben.

Hören Sie einfach Ihren Mitarbeitern häufiger aktiv zu. Sie haben nichts zu verlieren, sondern können nur gewinnen!

 

fuehrungskompetenz-praxis.de – …erfolgreich leiten, führen und motivieren!