Fuehrungskompetenz-Praxis - Ein fataler Fehler den Sie tunlichst vermeiden sollten

Ein fataler Fehler, den Sie tunlichst vermeiden sollten

 

Führungskompetenz-Praxis – Erfolgreiche Mitarbeiterführung und Mitarbeitermotivation stellt jede Führungskraft täglich vor neue Herausforderungen. Fehler bleiben dabei nicht aus. Ein besonders fataler Fehler wird häufig bereits schon bei der Übernahme von neuen Verantwortungsbereichen gemacht. Ein Fehler, der nachhaltige Auswirkungen auf die langfristige Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern haben kann.

 

Die guten Absichten…

Im Regelfall wird eine Führungskraft bei der Übernahme eines neuen Verantwortungsbereiches die besten Absichten haben. Sie möchte mit den Unternehmenszielen im Blick ihren Bereich voranbringen, ihre Mitarbeiter durch geschickte Mitarbeiterführung und Mitarbeitermotivation für sich und die Sache gewinnen und mit ihnen gemeinsam etwas erreichen.

Für die ersten Stunden, Tage und Wochen werden deshalb zumindest gedankliche Konzepte entwickelt und Überlegungen zur Umsetzung getroffen. Einen besonderen Stellenwert sollten dabei natürlich der Beziehungsaufbau und die Beziehungspflege zu den neuen Mitarbeitern haben.

 

…und wenn da nicht die lieben Mitarbeiter wären

Trotz guter Absichten, netter Worte und erklärtem Kooperationswillen sehen sich viele Führungskräfte in dieser Phase mit einer befremdlichen Atmosphäre konfrontiert.

Die Mitarbeiter scheinen verschlossen, distanziert, fast schon abweisend, wortkarg und wenig an der angebotenen vertrauensvollen Zusammenarbeit interessiert. Nicht wenige Führungskräfte denken sich jetzt, dass wird sich dieses schon geben wird und konzentrieren sich auf die Sacharbeit – …und ein schicksalhafter Kreislauf beginnt!

Das Verhalten der Mitarbeiter ändert sich dessen ungeachtet nicht wesentlich. Die Führungskraft fühlt sich zu Unrecht ausgegrenzt. Vermisst Wertschätzung. Fühlt sich immer unwohler. Unmut, Unsicherheit, Irritation und Resignation gewinnen bei ihr an Raum. Und das wird sich gewollt oder ungewollt in ihrem Führungsverhalten widerspiegeln. Nun beginnen die Mitarbeiter sich ebenfalls falsch behandelt zu fühlen und das wird sich auch in ihrem Verhalten widerspiegeln. Eins kommt nun zum anderen, bis es…

 

Der Abwärtsspirale bei Zeiten Einhalt gebieten

…Soweit sollten Sie es bitte gar nicht kommen lassen. Wenn Sie wissen, dass es ganz normal ist, dass sich Mitarbeiter in der Anfangsphase einer Zusammenarbeit abwartend und eher distanziert gegenüber der neuen Führungskraft verhalten, dann können Sie viel souveräner mit der Situation umgehen.

Mitarbeiter sehen in einer Führungskraft nämlich häufig zunächst einmal einen potentiellen Despoten und Kontrolleur. Sie stellt somit eine potentielle Gefahr dar. Wird dieses Empfinden nicht durch positive Erlebnisse abgeschwächt oder sogar durch bestimmte Verhaltsweisen der Führungskraft bestätigt, wird sich der Mitarbeiter nur selten von sich aus öffnen. Vielmehr wird er sich noch weiter zurückziehen und sich selbst schützen wollen.

 

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

Zudem ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Das vertraute Bezugs- und Orientierungspersonen braucht. Egal, ob die neue Führungskraft das Erbe eines von den Mitarbeitern akzeptierten und geschätzten oder eines verhassten Vorgängers antritt, die Mitarbeiter werden das Verhalten der neuen Führungskraft mit dem des Vorgängers abgleichen und ihre Schlüsse daraus ziehen.

Kommen noch bei der Stellenbesetzung übergangene Machtansprüche einzelner Mitarbeiter, ein angespanntes Verhältnis der Mitarbeiter untereinander oder andere menschliche oder zwischenmenschliche Problemstellungen hinzu, wird der Start für die Führungskraft noch herausfordernder.

 

So helfen Sie Ihren Mitarbeitern und sich selbst

Wie können Sie nun einem solchen Szenario entgehen? Indem Sie professionell Ihre Mitarbeiterführung und Mitarbeitermotivation auf diese Situation vorbereiten und feinfühlig umsetzen.

Akzeptieren Sie, dass Veränderungsprozesse Menschen verunsichern und es Ihre Aufgabe als Führungskraft ist, Ihre Mitarbeiter in ihrer Verunsicherung abzuholen und ihnen die Möglichkeit zu geben, Vertrauen zu Ihnen gewinnen zu können.

Kehren Sie nicht den Chef heraus. Zeigen Sie sich von Ihrer menschlichen Seite. Suchen Sie verstärkt das Gespräch mit Ihren Mitarbeitern. Nehmen Sie interessiert auf, was Ihre Mitarbeiter beschäftigt. Was sie belastet. Welche Wünsche sie haben (…halten Sie sich dabei jedoch selbst mit Versprechungen zurück, die Sie nicht halten können).

 

Wertschätzen Sie Ihre Mitarbeiter

Gehen Sie mit Ihren Mitarbeitern höflich um. Zeigen Sie ihnen Wertschätzung. Und nutzen Sie frühzeitig sich jede bietende Gelegenheit, um positives Feedback und ehrliche Anerkennung zum Ausdruck zu bringen.

Seien Sie authentisch. Zeigen Sie, wer Sie sind und wie Sie denken. Halten Sie sich aber anfänglich mit großen Versprechungen, Ankündigungen und Veränderungsvorstellungen zurück.

Behandeln Sie Ihre Mitarbeiter als Menschen. Seien Sie nachsichtig bei Fehlern (…jedoch unnachsichtig bei nicht akzeptablem Verhalten).

 

Schritt für Schritt – …und davon ganz viele

Machen Sie nicht nur einen, sondern viele, viele Schritte auf Ihre Mitarbeiter zu. Es gehört zu den Aufgaben einer guten Führungskraft, ihre Mitarbeiterführung und Mitarbeitermotivation so zu gestalten, dass die Mitarbeiter vertrauen zu ihr gewinnen und sich ihr öffnen. Es ist kein Prozess, der Kraft Amtes erzwungen werden kann, sondern erarbeitet werden muss. Auch für eine Führungskraft gilt: Vor dem Nehmen kommt immer das Geben!

 

fuehrungskompetenz-praxis.de – …erfolgreich leiten, führen und motivieren!